Naturheilpraxis Ingrid Halbritter
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Hämochromatose – eine der häufigsten erblichen Stoffwechselstörungen

Definition:
Bei der erblichen Hämochromatose (primäre Eisenspeicherkrankheit) wird Eisen vermehrt aus dem oberen Dünndarm ins Blut übernommen und anschließend in verschiedenen Organen abgelagert. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv, d.h. nur wenn beide Eltern Träger der Genveränderung sind, können die Nachkommen erkranken. Erben die Nachkommen nur von einem Elternteil das veränderte Gen und vom zweiten Elternteil das gesundes Gen, so zeigt sich die Erkrankung nicht.

Häufigkeit:
Die Hämochromatose ist in Europa eine der häufigsten Erbkrankheiten.
Etwa jeder 10. Nordeuropäer ist Träger dieses Gens, aber nur wer von beiden Elternteilen dieses Gen geerbt hat, wird mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 20 % erkranken, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Männer sind etwa zehnmal so häufig betroffen wie Frauen. Bei Frauen ist die Eisenspeicherkrankheit häufig erst nach den Wechseljahren erkennbar.

Diagnose:
Die Diagnostik erfolgt durch Bestimmung der Blutwerte Ferritin und Transferrinsättigung, einem Gentest und in bestimmten Fällen durch Leberbiopsie.

Ursachen:
Aufgrund eines Gendefektes wird im Dünndarm eine erhöhte Menge an Eisen aufgenommen. Gewöhnlich befindet sich im menschlichen Körper bis zu 5 g Eisen, bei der Hämochromatose können dies bis zu 80 g sein. Da der Körper den Überschuss an Eisen nicht mehr ausscheiden kann, lagert er es in verschiedenen Organen ab, die durch diese Belastung geschädigt werden. Die Ablagerung des Eisens erfolgt v.a. in Leber, Bauchspeicheldrüse, Hirnanhangdrüse, Herz, Gelenken u.a.

Symptome:
Bei einem Gesamteisengehalt von weniger als 10 bis 15 Gramm sind noch keine Symptome zu erwarten. Bei Zunahme des Gesamteisengehaltes können folgende Symptome beobachtet werden:
allgemeine Schwäche
Impotenz / Veränderung der Monatsblutung
dunkle Hautpigmentierungen, v.a. in den Achselhöhlen, an Brustwarzen, Handinnenflächen, Narben sowie an Körperstellen, die besonders häufig der Sonne ausgesetzt sind
Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz
Gelenkschmerzen, v.a. an den kleinen Gelenken der Hand wie z.B. Finger, später Hüft- und Kniegelenke
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs
Lebervergrößerung (in 90 Prozent der Fälle), Leberzirrhose mit erhöhtem Risiko für die Ausbildung von Leberkrebs
vergrößerte Milz

Behandlung:
Durch wiederholten Aderlass von ca. 500 ml Blut pro Behandlung wird eine Reduzierung des Körpereisens auf das Normalmaß angestrebt. Dies erfordert bei fortgeschrittener Hämochromatose anfangs häufige Aderlässe, später noch einige pro Jahr. Auch eine eisenarme Diät kann hilfreich sein.
Bereits entstandene Schäden an den verschiedenen Organen können in den meisten Fällen nicht mehr behoben werden. Deshalb ist die rechtzeitige Diagnose und Behandlung vor Auftreten eines Diabetes mellitus bzw. einer Leberzirrhose extrem wichtig. Unter diesen Umständen ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt.


Weitere Informationen: Naturheilpraxis für Klassische Homöopathie Ingrid Halbritter, Diplombiologin und Heilpraktikerin, Ingolstadt, Tel. 0841 / 9 51 90 78.